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Außenminister Wadephul in Tunesien und Algerien: Wachstums- und Wirtschaftspotentiale im Mittelmeerraum ausschöpfen
Außenminister Johann Wadephul und Abdelmadjid Tebboune, Präsident von Algerien © Photothek Media Lab
Tunesien und Algerien sind Nachbarn der EU. Die geografische Nähe und die eng gewachsenen Beziehungen bieten gute Voraussetzungen für rege Wirtschaftszusammenarbeit. Deshalb reist Außenminister Wadephul mit einer Wirtschaftsdelegation in die Region, um Handel und Investitionen auszubauen.
Der Austausch mit Tunesien und Algerien, direkten Nachbarn der EU am Mittelmeer, ist dynamisch und wichtig, um angesichts globaler Herausforderungen die Zusammenarbeit im Mittelmeerraum zu stärken. Deshalb trifft Außenminister Wadephul seine tunesischen und algerischen Amtskollegen bereits zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt. Bei seiner Reise nach Tunesien und Algerien wird er von einer Wirtschaftsdelegation begleitet, damit wir die gemeinsamen Potenziale im Handel und für Investitionen voll ausschöpfen.
Dazu sagte Außenminister Wadephul bei Abreise:
Gemeinsam werden wir deshalb die Chancen engerer Zusammenarbeit nutzen: Seit Regierungsantritt haben wir den Austausch zwischen unseren Ländern intensiviert. An diesen engen Austausch werde ich mit meinem Besuch nun anknüpfen. Denn: Mit Tunesien und Algerien teilen wir zentrale wirtschaftliche und sicherheitspolitische Anliegen. Gerade bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit können wir uns gegenseitig sehr viel anbieten, um gemeinsam mehr Wachstum und Wohlstand zu schaffen. Gemeinsam können wir das Mittelmeer zu einem Raum der Stärke zwischen unseren Kontinenten machen.
Schon heute lässt die deutsche Autoindustrie wichtige Teile für Zulieferer in Tunesien produzieren. In Deutschland ausgebildete Tunesierinnen und Tunesier haben in ihrer Heimat Unternehmen gegründet, die häufig eng an den Industriestandort Deutschland angebunden sind, wie etwa im Digitalbereich.
Neben der wichtigen Rolle Algeriens als Energiepartner setzt auch die Regierung in Algier seit 2019 auf die Förderung von Startups. Außenminister Wadephul wird sich hiervon im Bereich Robotik überzeugen können und zugleich die erst im Juli beschlossene Intensivierung der deutsch-algerischen Energiepartnerschaft diskutieren können.
Tunesien: Reiseziel und Wirtschaftsstandort mit engen Verbindungen nach Deutschland
Rund 330.000 deutsche Touristinnen und Touristen reisen jährlich nach Tunesien. Auch die deutsche Wirtschaft schätzt Tunesien, unter anderem wegen gut ausgebildeter Fachkräfte und des engen Wissenschaftsaustausches. Stipendiatinnen und Stipendiaten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes haben nach ihrer Ausbildung in Deutschland erfolgreich Unternehmen in ihrer Heimat gegründet. Außenminister Wadephul wird sich bei einem Besuch im Digitalzentrum „The Dot“, das Unternehmerinnen und Unternehmer mit Hochschulen und internationalen Partnern zusammenbringt, mit Gründern und Stipendiaten persönlich austauschen.
70 Jahre diplomatischer Austausch mit Tunesien
Deutschland und Tunesien feiern 2026 den 70. Jahrestag der Aufnahme unserer diplomatischen Beziehungen. Das runde Jubiläum zeigt, dass wir im Lauf der Jahrzehnte eng zusammengewachsen sind – wirtschaftlich, kulturell und politisch. Politische Gespräche, insbesondere unsere gemeinsamen Interessen an einer stabilen Region und im Sahel, stehen im Mittelpunkt der Zusammentreffen von Außenminister Wadephul mit dem Staatspräsidenten Kaïs Saïed und seinem tunesischen Amtskollegen Mohammed Ali Nafti. Außerdem wird es unter anderem um die Anbindung Tunesiens an das europäische Energienetz und den Ausbau erneuerbarer Energien gehen.
Algerien: Energiepartner in strategischer Nähe
Auf den kürzlichen Deutschlandbesuch des algerischen Staatspräsidenten Tebboune im Juli 2026, bei dem auch sein Amtskollege Attaf in Berlin war, folgt nun der Besuch des Außenministers in Algier. Algeriens Bedeutung als Gaslieferant ist seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, in dessen Folge die EU Energielieferungen aus Russland sanktioniert hat, nochmals gestiegen. Eine Energiepartnerschaft mit Algerien besteht seit 2015, beim Besuch des Staatspräsidenten im Juli wurde zudem vereinbart, diese zu intensivieren. Bis 2040 will Algerien bis zu 10% des EU-Wasserstoffbedarfs abdecken und damit zur Diversifizierung unseres Energiemixes und einer klimafreundlichen Transformation der Wirtschaft beitragen. Die Lage und Bedingungen in Algerien bieten hierzu fast ideale Voraussetzungen.
Um dieses Potenzial Algeriens für die Energietransformation und Kooperationsmöglichkeiten, die sich hieraus ergeben, wird es beim runden Tisch von Außenminister Wadephul mit lokalen und mitreisenden Unternehmen gehen. Auch die Chancen in der Bergbau- und Energiewirtschaft stehen im Fokus der Reise, so etwa bei den politischen Gesprächen des Außenministers mit dem algerischen Staatspräsidenten Abdelmadjid Tebboune, Außenminister Ahmed Attaf und dem Staatsminister und Minister für Kohlenwasserstoff, Mohamed Arkab.