Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Milzbrand (Anthrax)

27.08.2026 - Artikel

Milzbrand ist eine seltene Infektionskrankheit, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden kann. Es können verschiedene Formen der Erkrankung auftreten: Hautmilzbrand, Lungenmilzbrand, Darmmilzbrand und Infektionsmilzbrand. Für Hochrisikogruppen existiert eine Impfung.

Erreger

Milzbrand wird durch eine Infektion mit dem Bakterium Bacillus antracis hervorgerufen. Es handelt sich um ein Stäbchenbakterium, das Sporen ausbilden kann, welche auch unter schwierigen Umweltbedingungen über Jahrzehnte bestehen bleiben können. Menschen können sich vorrangig durch Aufnahme der Sporen anstecken. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet i.d.R. nicht statt.

Erkrankung

Im Wesentlichen werden vier Formen des Milzbrandes unterschieden, die auf die Produktion eines Toxins zurückzuführen sind:

  1. Hautmilzbrand: Infektion über kleinste Hautverletzungen (häufigste Verlaufsform)
  2. Darmmilzbrand: Infektion nach dem Verzehr von kontaminierten Fleischprodukten von erkrankten Tieren
  3. Lungenmilzbrand: Infektion bei Inhalation kontaminierter Aerosole
  4. Infektionsmilzbrand: Infektion über die Injektion einer mit B. anthracis kontaminierten Substanz

Der Hautmilzbrand heilt unter frühzeitiger Therapie meist folgenlos ab. Darm- und Lungenmilzbrand können trotz Behandlung zum Tod führen.

Verbreitung

Milzbrand ist weltweit verbreitet, tritt in den meisten Industrienationen aber sehr selten auf.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch Nachweis des Erregers im Blaseninhalt (Hautmilzbrand), Stuhl (Darmmilzbrand) oder Auswurf (Lungenmilzbrand).

Therapie

Es wird eine zeitnahe antibiotische Therapie angestrebt. Ergänzend kann ein Antitoxin eingesetzt werden.

Prävention

Zur Vermeidung einer Infektion sollten der Kontakt zu Tieren gemieden werden. Allgemeine Hygienemaßnahmen sind zu beachten.

Das PEI listet die in Deutschland zugelassenen Milzbrand-Impfstoffe. Die Impfung ist insbesondere für Hochrisikogruppen relevant.

Nach einer Exposition kann eine Postexpositionsprophylaxe über 60 Tage mit Ciprofloxacin oder Doxycyclin verabreicht werden.

Referenzen

nach oben